Freitag, 31. Mai 2013

"ENDE des STILLSTANDS, ZEIT für NEUE RECHTE "

Im  " RUPERTUSBLATT "  Nr. 19 vom 10 . Mai 2013  gab es auf  "der Seite Drei"  überraschenderweise  eine besonders bedeutsame Reportage von  Michaela  HESSENBERGER  über die aktuelle Problematik bei der sogenannten und angeblichen  "LEBENS  -  HILFE"   Salzburg  mit dicker Schlagzeile wie schon oben  vermerkt ;

" ENDE  des   STILLSTANDS   -   ZEIT  für   N E U E      R E C H T E

VERALTET:   Mit 32 Jahren  ist das Salzburger Behindertengesetz  das älteste in der Republik. Bezeichnungen wie  "Schwachsinnige"  sind darin zu finden.  Die Lebenshilfe fordert die neue Landesregierung  auf, endlich zu handeln.  Nicht nur was das neue Gesetz betrifft - auch die Wohnsituation für erwachsene Menschen  mit Beeinträchtigung  wird zusehends prekär.


                    SALZBURG:   Derzeit kämpft die Lebenshilfe an vielen Fronten - gegen wen ist manchmal gar nicht so sicher. Wohl auch weil das Amt des Soziallandesrates in der vergangenen Regierungsperiode  von drei Personen bekleidet wurde  sind Verhandlungen immer ausgesetzt worden.  " Dabei ist die Regelung unserer Personalkosten  völlig offen",  kritisiert Geschäftsführer Guido  GÜNTERT.  Zwar gebe es einen Kollektivvertrag  für die LH - Mitarbeiter, doch der werde in ganz Österreich nicht umgesetzt.  Bezahlt werde nach dem Schema  des öffentlichen Dienstes. " Das Land sieht sich nicht als Arbeitgeber der Lebenshilfe , sondern als Kunde ", erklärt Güntert. Es gebe vielmehr privatrechtliche Verträge . Dabei seien es die Mitarbeiter, die für Menschen mit Behinderung  unerläßlich sind.  "Sie sind das Wichtigste und halten das Rad  am Laufen ! Deshalb werden wir auch um jeden einzelnen Job kämpfen."

            WAS  TUN,   WENN  ELTERN  NICHT   MEHR   KÖNNEN ?
Die  Versorgung von Menschen mit Behinderung  in den Werkstätten funktioniere gut, freut sich LH - Präsident  Michael  R U S S  und warnt : " Bei den Wohnplätzen hinken wir hinten nach . 198 Anfragen liegen bei uns vor von Angehörigen, die einen Wohnplatz suchen.  Alle bisherigen Notzimmer werden ab 2013 fix belegt sein".
             Russ, selbst Vater einer Tochter mit Behinderung , ist heute 54 Jahre alt. Er weiß, daß das Heben oder Füttern  seines Kindes in 10 Jahren  beschwerlich sein wird .  " Sie wird ein Leben lang Betreuung brauchen. "
              In einem neuen Behindertengesetz würde auch das Recht auf    FREIE    WOHNORTWAHL   von Menschen mit Beeinträchtigung  behandelt. " Zeit zu handeln ", fordert die Lebenshilfe. "

Zusätzlich gibt es auf derselben Seite Drei auch noch  Farbfotos aus der LH - Werkstätte  Eichstraße mit einem eifrigen Mechaniker am Werk beim Reifenmontieren an einem PKW  und unten  sehen wir das Trio  " Im Einsatz" : Präsident  Michael  RUSS, Selbstvertreter  Erich  GIRLEK  wie immer sehr selbstbewußt  und dazu natürlich noch Geschäftsführer Guido  GÜNTERT,  mit dem wir noch etliche Hühnchen zum Rupfen haben !  Und daneben  finden wir noch eine ausführliche Glosse von Dr. Gabi  PÖHACKER, Referentin für Behindertenpastoral  in der Erzdiözese Salzburg  - das gibt Anlaß für eine separate Blogpost !

                 Was ist besonders bedeutsam am obigen Bericht : der Hinweis auf das  " RECHTS  -  VERHÄLTNIS "  zwischen dem  "Dienstleister"  LHS  und dem  behördlichen Träger der  Behindertenhilfe  nach dem Salzburger Landesrecht =  Sozialabteilung der Landesregierung. Hier wird behauptet, es gebe  "PRIVATRECHTLICHE   VERTRÄGE", in den Salzburger  "Stadtnachrichten"  jedoch war kürzlich im Gegenteil von einem  "VERTRAGSLOSEN   ZUSTAND"  seit 28  Monaten die Rede. Das paßt somit überhaupt nicht zusammen wieder einmal, Herr  "Geschäftsführer" !!!   Es gibt also größere Probleme  und die gehen schon ins Eingemachte, sie gehen ins Innerste des Selbstverständnisses auf beiden Seiten, oder noch besser auf allen  D R E I  Seiten. 

                Denn im Bereich der  grundlegenden  Behindertenhilfe   mit absoluter Autonomie der 9 Bundesländer ( es gibt dafür nicht einmal ein Grundsatzgesetz des Bundes !)  besteht  in der Regel  ein sogenanntes  T R I L E M M A,  ein   DREIECKS  -  VERHÄLTNIS  ganz besonderer Art, das  prompt  vom Herrn  "Geschäftsführer"  GUIDO  strikt geleugnet wird gegenüber dem langjährigen  Heimbewohner  WOLFGANG S. und in der  strikten und sturen Verweigerung des  gesetzlich zwingend vorgeschriebenen Heimvertrages  gipfelt, was nach wie vor gerichtsanhängig  ist mit Klage vor dem  Bezirksgericht Salzburg.

         Schon mehr als auffällig, daß die  "Lebenshilfe Wien"  in ihrer Hauptinformation  von vornherein klarstellt, daß es ohne konsensual erstellten Heimvertrag überhaupt keine Heimaufnahme gibt :

http://www.lebenshilfe-wien.at/fileadmin/inhalte/pdfs/2011_lhw_LL_wohnen_FUER_LHW_maerz_16.pdf

während auf der gesamten Homepage  der LHS  der Heimvertrag nicht ein einziges Mal irgendwo erwähnt wird !!! Was soll das bedeuten ???   Wo bleiben die umfangreichen Darlegungen, die seinerzeit Dr: Wolfgang  PLAUTE   ab 1995  den damaligen  "Wohnverträgen"  zugrundegelegt hat als verantwortlicher Bereichsleiter der LHS ?  Wieso kann es sich nun  im Jahre 2013 die LHS leisten, das gesamte Heimvertragsgesetz des Bundes vom Tisch zu fegen mit einer einzigen Handbewegung : "das können wir hier nicht brauchen......."

             Die vollständige Umsetzung der völkerrechtlich verbindlichen Vorgaben der BRK  im Salzburger Landesrecht  wird zu einer massiven   DEINSTITUTIONALISIERUNG  führen müssen,  zu einem  massiven Ausbau  von   Persönlicher  Assistenz  durch selbständige  Assistenzleister, die eben nicht Dienstnehmer bei der "Lebenshilfe"  oder ähnlichen Organisationen sind. Das Land Salzburg wird diversen Organisationen  ganz einfach den Geldhahn massiv abdrehen  und verstärkt selbständige Assistenzleister beauftragen.  Das wird für so manche  Apparatschiks  ein böses Erwachen geben !

ZEIT   FÜR   NEUE   RECHTE :   PERSÖNLICHES   BUDGET  &  PERSÖNLICHE   ASSISTENZ !

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen