Dienstag, 28. Mai 2013

SCHULASSISTENTEN MÜSSEN GEHEN

SALZBURGER   NACHRICHTEN  vom  Samstag, den 25. Mai 2013 auf  der Seite 4  "SALZBURG  AKTUELL"  in der kleinformatigen Lokalbeilage:

"SCHUL  -  ASSISTENTEN   MÜSSEN GEHEN

Sparkurs.  Das Land kürzt die Unterstützung für Autisten und verhaltensauffällige Schüler. Es ist unsicher, ob sie weiter die Schule besuchen können.    Bericht von SN - Redakteur  Thomas  HÖDLMOSER

SALZBURG (SN)  Eine höchst umstrittene Sparmaßnahme kommt im Herbst auf Salzburgs Pflichtschulen zu. Das Land kürzt ab September die Mittel für die Unterstützung von Schülern mit besonderem Betreuungsbedarf. Wie es aussieht, dürfte es künftig nur mehr halb so viele  "Assistenten zur Ermöglichung des Unterrichts"  geben. Diese Schulassistenten sind im Regelfall nur für einen einzigen Schüler verantwortlich. Nur so ist es überhaupt möglich , diesen Schüler in einer  "normalen" Klasse zu unterrichten.

             Der zuständige Landesschulinspektor Rudolf  MAIR  bestätigt die geplanten Einsparungen auf Anfrage der SN.  "Es ist wirklich dramatisch", sagt Mair  "Die Kinder haben Schwierigkeiten  mit Beziehungen im Allgemeinen. Die brauchen eine ganz intensive Betreuung, damit der Unterricht möglich wird."  Bei den Kindern bzw. Jugendlichen handelt es sich um  AUTISTEN  oder um Schüler aus schwierigen  sozialen Verhältnissen.  "Diese Kinder tragen einen Rucksack voller Not mit sich herum. Die haben ein Verhalten, das extrem provozierend und verhaltensauffällig wirkt - allerdings ist das eine normale Reaktion auf das , was die Kinder täglich erleben", sagt Mair.

          Bisher gab es nach Angaben des Landesschulinspektors 26 Assistenten.  Aktuell sind es 22, ab September werden  es nur noch 14 sein. In der Stadt Salzburg etwa wird es statt 9 nur noch 4 Assistenten geben. Die Maßnahme dürfte mehrere Schulen treffen: die Volksschulen Maxglan 2, St. Andrä, Taxham und Liefering 2 sowie die Neue Mittelschule Liefering .  Für die Schüler heißt das: Sie müssen künftig  entweder in eine Sonderschule gehen oder sie werden vom Schulbesuch "befreit" - aus medizinischen Gründen. Dann fallen sie gänzlich aus dem Bildungsnetz. "Bei mir wirkt sich das schon jetzt aus", sagt Renate  REIFENAUER, Bezirksschulinspektorin  für die Volks- und Sonderschulen im Flachgau. Ein Assistentenposten sei seit Mai nicht nachbesetzt worden, zwei weitere könnten bald gestrichen werden.

             Ihr Kollege Peter  GLAS, der im Flachgau für die Hauptschulen und Polytechnischen Schulen verantwortlich ist, befürchtet, zwei Assistenten zu verlieren. " Ich habe im Moment keine Vorstellung, wie wir das gut lösen können, weil andererseits nicht mehr Ressourcen für Lehrstunden zur Verfügung stehen" Die "Befreiung" vom Unterricht sei auch keine Lösung, sagt Glas.  "Es kann ja nicht Ziel sein, daß Schüler, die nicht ins System passen, vom Schulbesuch ausgeschlossen werden."

             Aus dem Bildungsressort des Landes heißt es, man bemühe sich um eine Lösung.  "Wir werden versuchen, die Assistenten so gut wie möglich zu erhalten", sagt Dagmar  KARL  vom Büro der  (nur mehr wenige Tage !) zuständigen LHF Gabi  BURGSTALLER (SPÖ).  Man werde sehen, ob man das Budget mit Rücklagen noch "aufstocken" könne. Allerdings seien die Rücklagen noch nicht von der Finanzabteilung freigegeben.  Fakt ist: Der Verein, der die Assistenten  anstellt, hat bereits Mitarbeiter zur Kündigung  angemeldet. Bei den Schulbeamten ist der Ärger mittlerweile groß. Man habe die  "enttäuschende und erniedrigende  Bettelei"  um das Geld für die Integration satt, heißt es. "

         Dazu gibt es noch ein vielsagendes Symbolfoto mit drei leeren Schulbänken und einer leeren Schultafel mit dem Begleittext : " Von der Schule ' befreit'  werden könnten schon bald Kinder mit besonderen Bedürfnissen"

http://www.bizeps.or.at/news.php?nr=14075

          Das führt nun also zu aufgeregten Debatten und gibt Anlaß  zum Rückblick  auf  WOLFGANGS  Schicksal vor 35 Jahren !  Damals Ende der 70 er Jahre gab es eine derartige Assistenz  noch überhaupt nicht und wegen seiner autistischen  Verhaltensweise  wurde er bald für total "schulunfähig" erklärt und fiel so durch das gesamte Bildungsnetz hindurch bis zum heutigen Tage ! Mit größtem Aufwand  wurde dann durch Privatunterricht  rudimentäres Lesen und Schreiben  abseits des Schulbetriebes  bewerkstelligt und nun stellt sich erneut die konkrete Frage, wie es weitergehen soll :

           WOLFGANG   wurde zwar mittlerweile von allen zuständigen Stellen einschließlich Pflegschaftsgericht  als hoffnungsloser Fall  endgültig fallengelassen  -   die  Wahrheit jedoch ist eine ganz andere !  Wenn es gelingt, sein echtes Interesse zu wecken, dann ist er sehr wohl lernbereit auch in Wort und Schrift  und sehr dankbar für die konkrete Zuwendung  von   Aufmerksamkeit  und Belehrung.  Wenngleich er vom  neuropsychiatrischen  Gutachter  als   defacto völlig lernunfähig abgestempelt worden ist, wäre bei Wolfgang aus meiner Sicht doch noch sehr viel zu holen, WENN..................ja  WENN  er durch geeignete  PERSÖNLICHE  ASSISTENZ  jene Zuwendung erfährt, die er benötigt, um seine autistische Prägung  zu überwinden für ein  engagiertes Lernprogramm.  Wir werden sehen, was die nächsten Tage bringen anläßlich der Rekursentscheidung des Landesgerichtes Salzburg !

PERSÖNLICHE    ASSISTENZ   IST    UNABDINGBARES    MENSCHENRECHT !

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