Freitag, 6. September 2013

" WENN DER WOHNORT BEHINDERT "

" WENN   DER   WOHNORT   BEHINDERT "

Die  " Salzburger  Nachrichten "  bringen heute Freitag, 6. September 2013 auf der S. 10 " Österreich "  einen hochaktuellen Bericht  der SN - Redakteurin in Wien Inge  BALDINGER  über die vorgestrige  Pressekonferenz der LHÖ in Wien zu den ersten Ergebnissen der UN - BRK Staatsprüfung von  FELIX  AUSTRIA  in Genf diesen Montag & Dienstag  mit der obigen Schlagzeile obenauf und mit folgendem  Untertitel und Volltext :

HÜRDEN .   Wie werden behinderte Menschen im Alltag in die Gesellschaft eingegliedert, wie das die UNO - Konvention  fordert ? Das ist von Bundesland zu Bundesland verschieden.

WIEN (SN - i.b.).   Erich  GIRLEK hat Pech.  Der junge Mann lebt in Salzburg.  Dort ist er für Menschen im Einsatz, die sein Schicksal teilen : Er arbeitet  bei der Lebenshilfe Salzburg  als  " Selbstvertreter " für Menschen mit Lernschwierigkeiten . Er macht Schulungen und leitet Arbeitsgruppen. Ein  Vollzeitjob . Sein Lohn : Ein Taschengeld in der Höhe von 102 Euro monatlich.  Würde er in Vorarlberg oder in Tirol leben, wäre das, was er tut, von Gesetzes wegen ein bezahlter Beruf . Leider, sagt Girlek, sei es für behinderte Menschen nicht einfach, in ein  anderes Bundesland zu ziehen. Wenn's  einfacher wäre, wüsste er schon wohin : " Dann bewerbe ich mich für Vorarlberg ".

              Die UNO hat Anfang dieser Woche überprüft, wie es in Österreich um die Umsetzung der  Behindertenrechtskonvention steht . Die Ergebnisse sollen Ende  kommender  Woche  veröffentlicht werden.  Dass es Grund zum Jubeln gibt, ist ausgeschlossen.  Lebenshilfe - Präsident Germain  WEBER : " Die im Nationalen Aktionsplan festgeschriebenen Ziele stehen nur auf dem Papier ". Die Regierung habe zwar  " zaghafte  Schrittchen " gesetzt. Es fehlten aber die  " mutigen  Schritte ", die es bräuchte, um behinderte Menschen als wertvolle Mitglieder  der  Gesellschaft zu sehen, die - wie  alle anderen auch - ein Recht auf ein möglichst selbstbestimmtes  Leben haben. Weber hofft auf die nächste Regierung, der er einen Staatssekretär für Inklusion ans Herz legt.

              Als äußerst zweischneidiges Schwert erweist sich in der Behindertenpolitik der Föderalismus . Einerseits bringt er regional beispielgebende Projekte hervor,  andererseits führen die ungleichen Rechtsansprüche , die zersplitterten Kompetenzen und die unterschiedlichen Förderungen dazu, dass der Wohnort der entscheidende Faktor ist  und nicht der Mensch.  Albert  BRANDSTÄTTER, Generalsekretär der  Lebenshilfe Österreich  :  " Ohne gemeinsame Standards wirkt der Föderalismus als Gleichstellungsbremse ".

              Ein Beispiel ist Manfred T., ein Steirer.  Er hatte einen  Dienstgeber gefunden, der es mit ihm versuchen wollte.  Aber er traute sich nicht - aus Angst , es doch nicht zu schaffen.  Dann hätte er alle Leistungen verloren, die er zuvor hatte .  Deshalb blieb er in seiner Werkstätte . Würde er in Wien leben, hätte er den Schritt in den ersten Arbeitsmarkt gewagt. Dort hätte er dank des Modells  " Rückversicherung " die Gewissheit gehabt, im Fall des Scheiterns zurück in  die Werkstätte zu können.

               20.000 Menschen mit Behinderung sind derzeit in Tagesstätten und Werkstätten beschäftigt. Die meisten von ihnen bekommen dafür  ein Taschengeld. Und nicht einmal das ist österreichweit gleich. In einem Bundesland  sind es 50 Euro pro Monat, im anderen können es 150 Euro sein. Zu wenig, heißt es bei der Lebenshilfe. Sie fordert einen Lohn von rund 1000 Euro.

                Friederike POSPISCHIL , Mutter eines behinderten Sohnes , lebt in Niederösterreich. Dort gilt ein Regress. Sie muß 20 Prozent ihres Einkommens für den Platz für ihren Sohn  in der Behindertenwerkstätte abliefern. In anderen Bundesländern gibt es diesen Regress nicht. Den Behörden gegenüber fühlen sie und ihr Sohn sich als Bittsteller, sagt sie.  Häufig komme es zu Einzelfall - Lösungen. Pospischil, zugleich ehrenamtliche Vizepräsidentin der nö. Lebenshilfe : " Wir brauchen Rechtssicherheit in Österreich. "

          Für   Erich  GIRLEK  aus Salzburg braucht es vor allem das : weg mit Vorurteilen.  Solange die Meinung herrsche, Menschen mit Lernschwierigkeiten seien ohnehin besser in  Heimen und Werkstätten aufgehoben, " werden wir die Ziele der Behindertenrechtskonvention nie erreichen "   #   Text   Ende   #

Dazu gibt es noch ein farbenfrohes Foto aus einer Salzburger Werkstätte der Lebenshilfe mit den Ergebnissen der dortigen " Auto - Produktion " und mit folgendem Begleittext : " 20.000 behinderte Menschen arbeiten österreichweit in Werkstätten . Die allermeisten bekommen dafür ein Taschengeld. Das ist mit 50  bis 150 Euro  monatlich von Bundesland  zu Bundesland unterschiedlich hoch. Das Bild zeigt eine Werkstätte der Lebenshilfe Salzburg ".

Dazu paßt bestens die " bizeps " - Melduing  14319  von gestern  über diese Pressekonferenz in Wien :

http://www.bizeps.or.at/news.php?nr=14319

        Und was söllte dazu noch angemerkt werden : Der nicht direkt betroffene Leser bekommt sicher ein sehr einseitiges und extrem unvollständiges Bild vermittelt über die eigentlichen Verhältnisse in den Behinderten - Ghettos. Daß nämlich der Großteil dieser erwähnten ca. 20.000 Mitmenschen   im Vorfeld dieser schier paradiesischen Zustände  total enteignet und entmündigt worden ist und mehr oder minder unfreiwillig im Heim  " gelandet " ist, das wird schamhaft verschwiegen. Daß die sogenannten  " Bewohner " dann tagtäglich wiederum mehr oder minder gewaltsam gezwungen & genötigt werden, in speziellen Arbeits - Ghettos zu " arbeiten ", auch das wird nicht einmal angedeutet.

http://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/Bundesnormen/NOR40153563/NOR40153563.pdf

http://enthinderungsexperte.blogspot.co.at/2013/02/rekurs-gema-1403-austrg-maulkorb-wird.html


                    Und daß sich die  von uns  massiv strafrechtlich nach § 278 a StGB angezeigte  LHS  wiederum erkühnt, einen sogenannten und angeblichen  " SELBST  -  VERTRETER "  nach Wien zu schicken als Behübschungsorgan und als Ablenkungsmanöver von den tagtäglichen hundertfachen Nötigungsakten  gegenüber mindestens 700 völlig wehrlosen  " UNTERGEBRACHTEN "  und   " BESCHÄFTIGTEN ", ja all das beweist mehr denn je zuvor, daß man weiterhin publikumswirksames Inklusionstheater spielen möchte coram publico maximo !  Da die Salzburger insgesamt an solche " Festspiele " gewöhnt sind , lassen sie sich seit vielen Jahren auch im Behindertenwesen was   " ERGREIFENDES   &  SCHÖNES "  vorspielen, sind aber nicht bereit, auch nur irgendetwas zu ändern !

           Seit   vielen Jahren, ja Jahrzehnten treibt diese LHS sowohl die Landesregierung als auch den Landtag nach Belieben vor sich her, genauso wie das in Tirol offenbar geworden ist durch den großen  Bericht des Landesrechnungshofes

http://www.tirol.gv.at/fileadmin/www.tirol.gv.at/landtag/landesrechnungshof/downloads/ber_2012


 LANDTAG    SALZBURG    ERWACHE   UND   HANDLE    ENTSCHLOSSEN !

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